RINGER

Oberforstbach/Kelmis verliert Spitzenduell in Hohenlimburg und hat nur noch minimale Chancen auf den zweiten Platz

Kräftezehrende Saison mit 18 Kämpfen 

Wobei ein kleines Hintertürchen noch offen ist: Sollte der aktuelle Zweitplatzierte TV Essen-Dellwig II am letzten Kampftag in Aachen-Walheim (6.) verlieren, könnte Oberforstbach mit einem Sieg beim ASV Heros Dortmund (8.) noch mit Essen-Dellwig gleichziehen. Den direkten Vergleich mit dem TV hat die Ringergemeinschaft gewonnen (22:14, 28:11). Die beiden Erstplatzierten, aktuell Hohenlimburg und Essen-Dellwig, machen den Meister in einem einzigen entscheidenden Kampf beim Final Six am 16. Dezember in Bonn (hier ermitteln auch die Oberliga und Bezirksliga ihren Titelträger) unter sich aus.

Antoine Waauff, Trainer der Ringergemeinschaft, schätzt die Chancen auf einen Sieg am Samstag in Dortmund allerdings als sehr gering ein. „Wir werden nicht komplett sein“, blickt der Trainer voraus. Zudem „liegt uns Dortmund nicht besonders“. Mit 18 Kämpfen liegt eine kräftezehrende Saison hinter den Vereinen, „das war die längste seit vier, fünf Jahren“, erzählt Waauff, „der Verband lässt sich immer etwas Neues einfallen, um die Liga attraktiver zu machen. Aber es gab viele Beschwerden, gerade wegen der weiten Auswärtsfahrten.“ In der vergangenen Runde war die Landesliga noch in zwei Gruppen unterteilt, nach zehn Kämpfen war die Hauptrunde beendet. Im Titelrennen scheiterte die Ringergemeinschaft schließlich im Viertelfinale an Hohenlimburg.

Der Hagener Stadtteil spielte auch dieses Mal Schicksal für die Ringergemeinschaft, die nach dem 11:33 im Hinkampf auch den Rückkampf auf heimischen Matten deutlich verlor. „Wobei die Kämpfe viel knapper als das Ergebnis waren. Die Jungen und Mädels haben alles gegeben“, sagt Waauff, „Hohenlimburg war aber schon stärker, die beste Mannschaft hat souverän den Titel geholt.“ Ärgerlich war auch Sicht der Gastgeber die Disqualifikation von Eigengewächs Abdelraouf Jarkas. „Das haben wir nicht verstanden, er ist vom Kampfrichter benachteiligt worden“, bedauert Waauff.

Wobei lange Zeit Oberforstbach/Kelmis und Essen-Dellwig das Titelrennen anführten. „Wir hatten Hohenlimburg aber jederzeit auf dem Schirm“, meint der Trainer der Ringergemeinschaft. In den ersten beiden Kämpfen, die Hohenlimburg beide verlor, waren die ukrainischen Brüder Ramazan, Server und Vusal Osmanov noch nicht startberechtig. Anschließend rollten die Hagener aber das Feld von hinten auf.

Aber auch wenn es für Oberforstbach/Kelmis nicht zum Aufstieg reicht, blickt die Ringergemeinschaft auf eine erfolgreiche Saison zurück. „Wir sind mehr als zufrieden“, sagt Antoine Waauff, „wir haben mit unserer komplett neuen, jungen Mannschaft hatten wir uns einen guten Mittelfeldplatz erhofft. Dass es so gut läuft, hatten wir nicht erwartet, aber das ist natürlich sehr schön.“

„Wir waren immer komplett, blieben von Verletzungen verschont, daher waren wir immer oben dabei“, nennt Waauff den Grund für das erfolgreiche Abschneiden. Starke Leistungen boten auch die beiden Eigengewächse des Ringerclubs Sparta Kelmis, Mikail Moukaliev und Abdelraouf Jarkas. „Mikail war schon vergangene Saison sehr stark und hat noch einmal eine Schippe draufgelegt. Mit seinen 17 Jahren liefert er Woche für Woche starke Kämpfe an. Und Abdul hat bei seinem Debüt mit 14 Jahren sofort gezeigt, warum wir ihn einsetzen“, lobt Antoine Waauff.

Nach dem letzten Kampf am Samstag in Dortmund stehen noch Starts bei verschiedenen Einzelmeisterschaften sowie -turnieren, national wie international an. Die dauern von Januar bis März/April. Nach einer kleinen Pause beginnt dann die Vorbereitung auf die neue Saison. „Dann greifen wir wieder an“, sagt Waauff. Wie die Mannschaft dann aussieht, ist aber noch offen, die guten Leistungen haben auch andere Vereine auf die Ringer aus Oberforstbach und Kelmis aufmerksam gemacht. Die Gespräche der Ringergemeinschaft mit ihren Sportlern laufen aber auf Hochtouren. „Eine Klasse höher zu ringen, ist das Ziel eines jeden Sportlers“, weiß Waauff. Am liebsten aber mit der Ringergemeinschaft Oberforstbach/Kelmis.